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Brücke

Taminabrücke, Pfäfers/Valens, Schweiz

Eleganter Brückenschlag


Holcim Leistungen

Beratung für die Wahl der optimalen Zemente (für Kämpferfundamente, für Brückenbogen)

Support bei der Betonrezeptur

Lieferung der zemente


Spektakuläre Baukunst

Ein eindrucksvoller Freivorbau über einer tiefen Schlucht, Fundamente, deren Beton nur ganz langsam abbinden darf, und ein laufend exakt zu vermessender Bogen, dessen Beton sehr früh fest werden muss: Die Taminabrücke in der Nähe des schweizerischen Bad Ragaz ist nicht nur von auserlesener Gestalt, sie fordert ihren Erbauern auch sehr viel ab. Neben ihrem grossen Einsatzwillen brauchen die Bauarbeiter auch fast alpinistische Fähigkeiten. Schwindelfreiheit und Trittsicherheit sind Voraussetzung für die Mitarbeit an diesem komplexen Bauwerk.

Harmonisch eingefügt in wilde Topografie

Die Taminabrücke wird voraussichtlich 2017 fertiggestellt und dem Verkehr übergeben. Bereits jetzt überspannt die künftig längste Bogenbrücke der Schweiz mit einem 260 Meter langen Bogen den Fluss in 200 Meter Höhe. Sie verbindet mit ihrem 475 Meter langen Überbau die beiden Talflanken. Mit ihren rechtwinklig und in weitem Abstand voneinander auf den Bogen treffenden Stützen wirkt sie sehr luftig und leicht und dadurch sehr ästhetisch. Die linke Talflanke ist geprägt durch ein sehr aktives Rutschgebiet. Steinschlag und Schlaglöcher bilden eine stete Gefahr und verursachen hohe Unterhaltskosten. Daher beschloss der Kanton St. Gallen, Valens dauerhaft und sicher zu er-schliessen.
Der Brückenbau begann 2013 mit den grossen Kämpferfundamenten. "Diese sind optisch zwar weniger spektakulär als der Bogen, doch stellten sie uns vor grosse Herausforderungen", erzählt Bauleiter Daniel Ziegler. Das mächtigere der beiden auf der Pfäferser Seite wurde in drei Etappen erstellt. Die unteren beiden bestehen aus einem C30/37, die oberste Etappe aber aus einem C45/55.


Die Bewehrungsdichte des Bogens ist sehr hoch


Die Bogenteile haben sich peu à peu angenähert


Die Betontemperatur tief halten

"Die Hydratationswärme bei diesem sehr massigen Bauteil und der hohen Betonfestigkeit war schwierig", führt Ziegler aus. Die Vorgabe lautete, dass der Beton nicht wärmer als 60 Grad Celsius werden dürfe. Dafür eignet sich der Hochofenzement Modero 3B, doch hätte sich mit dem Zement allein die Anforderung nicht erfüllen lassen. Es wurden Versuche mit verschiede-nen Rezepturen gefahren und deren Resultate mit Erfahrungswerten vergleichbarer Baukörper so extrapoliert, dass sich für die 1.200 Kubikmeter umfassende Betonieretappe verlässliche Aussagen ergaben. "Aufgrund dieser Versuche beantragten wir, dass der Beton erst nach 56 statt nach 28 Tagen seine Endfestigkeit erreichen dürfe. So erzielten wir eine flachere Hydratationskurve und hielten die Vorgabe mit 60,4 Grad auch gerade ein", sagt Ziegler. Die Einbauetappe forderte neben den Betontechnologen auch die Logistik, denn die Zufahrtsstrassen sind eng, steil und zum Teil mit Gewichtsbeschränkungen belegt. Zwölf Fahrmischer standen im Einsatz, um den Beton während der eineinhalb Tage dauernden Einbauetappe herbeizuschaffen.

Präzise zum Bogenschluss

Beim Bogen waren die Anforderungen an den Beton ganz anders: Er wurde von beiden Talseiten her im Freivorbauverfahren in jeweils fünf Meter langen Etappen erstellt und musste frühzeitig fest genug sein, um das Freivorbaugerüst vorzuschieben und die den Bogen haltenden Kabel spannen zu können. Für den ein-gesetzten C45/55 wurde Robusto 4R-S verwendet, der die Festigkeitsanforderung erfüllte und einen auch gegen Umwelteinflüsse sehr widerstandsfähigen Beton ergibt. Die Schwierigkeiten beim Bogen lagen in seiner Geometrie, dem sehr hohen Bewehrungsgehalt und der Baumethode. Der gewaltige Hohlkasten bedingte Konterschalungen, weil der Bogen zu Beginn steil ansteigt. Der Bogen verjüngt sich zudem sukzessive in Breite und Höhe zu seiner Mitte hin, sodass die Schalung jeder Etappe neu anzupassen war. Der Bogenschluss war planmässig am 28. März 2015. Das Betonieren des Überbaus hat im Frühsommer begonnen. Der Lohn für die schwere Arbeit ist sicher das Ergebnis: eine der schönsten und spektakulärsten Brücken der Schweiz.


Am Bau Beteilgte

Bauherr
Kanton St. Gallen, Tiefbauamt
Projektverfasser
Leonhardt, Andrä und Partner, Stuttgart
Bauleitung
dsp Ingenieure & Planer AG, Greifensee
ARGE
Strabag AG, Schlieren J. Erni AG, Flims Meisterbau AG, Balzers
Beton
Baustoffe Schollberg AG, Trübbach
Zement
Holcim (Schweiz) AG





Technische Daten zum Beton

Druckfestigkeitsklasse
C30/37, C45/55
Expostionsklassen
X0, XD3, XF1, XF3
Konsistenzklasse
C3
Grösstkorn
Dmax 32
Zement
Modero 3B Hochofenzement CEM III/B 32,5 N-LH/SR
Robusto 4R-S Portlandkompositzement CEM II/B-M (S-T) 42,5 R
Bauchemie
0,30 - 1,50 %
Gesamtmenge Beton
14.000 m³