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Strassenbau

Schwerverkehrszentrum Erstfeld, Schweiz

Kompetenz im Industriebau


Die gegen Süden fahrenden Lastfahrzeuge passieren seit Frühling 2009 bei Erstfeld ein Schwerverkehrszentrum und werden erst dann dosiert Richtung Gotthardtunnel freigegeben. Aus Gründen der Dauerhaftigkeit bestehen sämtliche Zufahrten und Standflächen des Neubaus aus Betondecken.

Projektbeschreibung

Derzeit queren jährlich rund eine Million Lastfahrzeuge die Schweizer Alpen, die meisten von ihnen auf der Gotthardroute. Diese Menge an Schwerverkehr sowie die nach dem Brand im Gotthardtunnel zu seiner Dosierung ergriffenen Massnahmen schränken jedoch oft den übrigen Verkehr ein und beeinträchtigen die Verkehrssicherheit. Zudem will der Bund die Schwerverkehrskontrollen intensivieren und dazu landesweit Kontrollzentren errichten. Diese Anlagen sollen das Einhalten der geltenden Vorschriften für Fahrer, Fahrzeuge und Ladung ermöglichen und wichtige Ziele im strassengebundenen Schwerverkehr erreichen. Unter anderem betrifft dies eine erhöhte Sicherheit auf der Nord-Süd-Route, eine geringere Beeinträchtigung des übrigen Verkehrs und der Umwelt, die Verhinderung von Staus sowie die Beachtung des Konkurrenzprinzips zwischen Strasse und Schiene gemäss Verkehrsverlagerungsgesetz. Das Schwerverkehrszentrum Uri ist das erste Zentrum dieser Grösse.



Anforderung

Wie es der Begriff des Schwerverkehrs nahelegt, werden die von ihm befahrenen Flächen stark beansprucht. Das Belagsmaterial für die Zufahrten und Standflächen der neuen Anlage stand daher von Anfang an fest: Beton. Konkret besteht der Aufbau aus einem Kieskoffer und einem 8 cm dicken bitumenhaltigen Belag, auf dem eine 24 cm dicke Betondecke liegt. Da allein schon die Standplätze eine Fläche von rund 65 000m2 belegen, wurde die Planung auf einen maschinellen Einbau mit Gleitschalungsfertigern ausgelegt. Kleinere oder unregelmässige Randfelder sowie spitzwinklig zulaufende Felder mussten jedoch bewehrt und der Beton danach von Hand eingebaut werden. Mit der heutigen Vermessungstechnik und entsprechender Vorausplanung lassen sich Fertiger mit einer sogenannten Totalstation steuern. Ist alles vorbereitet, kann der Fertiger mit hoher Leistung nach programmierten Daten fahren. Bei der Leistung ist aber immer daran zu denken, dass auch beim maschinellen Einbau nicht nur die Geräte allein den Fortschritt bestimmen. Das Zusammenspiel der rund zwölfköpfigen Equipe muss vom Vorlegen des Betons bis zur Nachbehandlung der fertigen Betondecke einwandfrei aufeinander abgestimmt und gut eingespielt sein. Beim Schwerverkehrszentrum Erstfeld ergaben sich aufgrund enger Zeitvorgaben und der Platzgeometrie rund 260 Meter lange, je 6 Meter breite Etappen, von denen zwei pro Tag gefahren wurden. Dies bedingte zum Beispiel für einen Arbeiter, der die Oberfläche von Hand nachtaloschierte, dass er einen halben Arbeitstag lang ununterbrochen auf den Knien kauernd mit der Kelle den Beton abzog. Vor der zweiten Etappe gab es die einzige Pause, bevor die zweiten 260 Meter folgten. Die Arbeit war monoton, musste aber qualitativ einwandfrei ausgeführt werden. Und sie fand zudem bei schönem Wetter statt, das für den Betoneinbau günstig, jedoch auch schweisstreibend ist. Trotz Maschineneinsatz, GPS und elektronischer Hilfen hängt die Qualität von Betondecken letztlich vor allem vom Personal ab. Angesichts der Strenge der Arbeit ist die Bereitschaft, solche Leistungen zu erbringen, immer wieder höchst bewundernswert.


Am Bau Beteiligte

Bauherr
Kanton Uri, Baudirektion, Amt für Tiefbau
Projekt
Ingenieurgemeinschaft Emch + Berger WSB AG, Emmenbrücke, Bucher + Dillier AG, Luzern
Bauunternehmung
Arbeitsgemeinschaft Hauptarbeiten SVZ Uri
Betoneinbau
Walo Bertschinger AG, Zürich
Beton
Arnold & Co. AG, Flüelen



Technische Daten

Expositionsklasse
XF4
Druckfestigkeitsklasse
30/37
Konsistenzklasse
C1
Grösstkorn
Dmax32
Chloridgehaltsklasse
Cl 0,10
Zement
Normo 4 (CEM I 42,5 N): 340 kg/m3
Fliessmittel
1,0%
Luftporenbildner
0,5%
Luftporengehalt
4,1%
Rohdichte
2385 kg/m3
Biegezugfestigkeit
fct 6,5 N/mm2