Holcim Partner Logo
Referenz > Hafengebäude, Bottighofen, Schweiz
Büro-/Geschäftshaus

Hafengebäude, Bottighofen, Schweiz

Kompetenz im institutionellen Bau


Ein zweistöckiger Neubau auf dem Hafengelände in Bottighofen besticht mit seiner funktionalen Klarheit und seinen überraschenden Ein- und Durchblicken. Die scharfkantig ausgebildete Gebäudehülle besteht aus einem nicht nur eingefärbten, sondern «echten» Weissbeton, dessen weisse Gesteinskörnung an der sandgestrahlten Oberfläche kristallin zum Vorschein kommt.

Projektbescheibung

Die bei Kreuzlingen am Bodensee gelegene Gemeinde Bottighofen hatte mit einem Studienauftrag nach Ideen für den Neubau eines Hafenbetriebsgebäudes gesucht. Bestimmend war das klar vorgegebene Raumkonzept, das die Bedürfnisse des Hafenmeisters, des Seglervereins und der Hafennutzer abdecken musste. Das Siegerprojekt bot eine sehr funktionale und bewusst zurückhaltende Antwort auf diese Anforderungen. Darüber hinaus reagierte es auch auf die voluminösen Bauten der Umgebung, indem es ihnen eine eigenwillige und starke Formensprache entgegensetzte. Um den gewollt markanten und eigenständigen Ausdruck zu erzeugen, setzte der Architekt auf Beton, genauer gesagt, auf einen scharfkantig ausgebildeten Weissbeton

Am Bau Beteiligte

Bauherr
Politische Gemeinde Bottighofen
Architekt
Jean Claude Mahler, Kreuzlingen
Ingenieur
Felix Anderes AG, Kreuzlingen
Ausführung
Brunner Erben AG, Kreuzlingen
Beton
Kies und Beton Seegau Tägerwilen AG








Anforderung

Die Lage am Hafen und damit direkt am See legte assoziativ einen weissen Baukörper nahe. Eine weisse Hülle verstärkte zudem auch die Ausstrahlung der bewusst schlichten und aufs Funktionale reduzierten Form. Damit war die Farbe recht schnell gesetzt, die konkrete Umsetzung aber noch nicht geklärt. Einmal ist weiss nicht einfach weiss; die farbliche Bandbreite ist gross und hängt zudem auch von der Textur der Oberfläche ab. Zum andern gibt es nur wenige Musterbauten, die sich besichtigen lassen. Die Evaluation des gewünschten Weissbetons gestaltete sich daher aufwendig. Die bevorzugte Variante mit einer gestockten Oberfläche schied zudem aus Kostengründen aus und musste einer sandgestrahlten Behandlung Platz machen. Beide Verfahren bringen den weissen Dolomitmarmor, der dem Beton in Bottighofen beigegeben ist, zum Vorschein, ergeben aber unterschiedliche Texturen.




Umsetzung

Die vorab erstellte Musterwand hatte gute Resultate gezeigt, die sich beim Bau jedoch nicht mehr überall vollständig reproduzieren liessen. Vorab an exponierten Stellen entstanden einzelne Schwindrisse. Deren Flanken erodierten beim Sandstrahlen unter dem Beschuss des Strahlguts, sodass die Risse sich zum Teil verbreiterten. Diese Fehlstellen mussten nachträglich verbessert und ausgeglichen werden. Die Risse führten auch dazu, dass von einer eher strengen gestalterischen Idee Abstand genommen wurde. Statt die der Witterung ausgesetzten Simse nur mit einer Flüssigfolie abzudecken, wurden sie zusätzlich mit einer feinen Blechabdeckung versehen. Dieser nachträglich beschlossene Beitrag an die Dauerhaftigkeit fällt jedoch kaum ins Auge und schmälert auch den scharfkantigen Eindruck der Form nicht. Vielmehr ist der Neubau in Bottighofen von seiner Formensprache und vom Raumkonzept her klar und transparent. Vielleicht gerade daher überraschen die überaus sorgfältig und geschickt geplanten Ein- und Durchblicke, die zeigen, verdecken oder auch einfassen. Der durch eingeschobene Körper gegliederte Innenraum ist in grauem Sichtbeton gehalten. Die reduzierten Details, die schlichte Materialwahl und das Beleuchtungskonzept sprechen dieselbe Sprache wie der Baukörper mit seinen raumübergreifenden Sichtachsen. Die durchdachte Gestaltung auch im Detail ist eine wesentliche und überzeugende Essenz des Neubaus.





Holcim Leistungen
Beratung Lösung in Weissbeton mit
sandgestrahlter Oberfläche
Erstellung Musterwand und Begleitung bei der Umsetzung







Technische Daten

Druckfestigkeitsklasse
C30/37
Expositionsklassen
XC4, XF1
Konsistenzklasse
C3
Grösstkorn
Dmax16
Chloridgehaltsklasse
Cl 0,20
Zement Albaro 5
(CEM I 52,5 N): 330 kg/m3
Fliessmittel
1,4%
Farbpigmente
5%