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Strassenbau

Betonkreisel, Liestal, Schweiz

Kompetenz im Verkehrsbau


Ein Teil des Autobahnanschlusses Liestal war aus Sicherheitsgründen mit einem Kreisel zu sanieren, der hohen Verkehrsbelastungen und einem grossen LKW-Anteil widerstehen musste. Seit Juli 2005 ist die aus diesen Gründen mit einem verschleissfesten Belag aus stahlfaserbewehrtem Beton versehene Verkehrsanlage erfolgreich in Betrieb.


Projektbeschreibung

Der Autobahnanschluss Liestal der Nationalstrasse A2 wies auf seiner einen Seite eine Kreuzungssituation auf, die ein Unfallrisiko darstellte; die entsprechenden Abbiegemöglichkeiten mussten daher gesperrt werden. Um diese unbefriedigende Lage zu verbessern und die umliegenden Gebiete möglichst bald wieder vom Mehrverkehr zu entlasten, wurde anstelle der Kreuzung ein zweispuriger Kreisel mit entsprechend grossen Radien projektiert. 
Da in Kreiseln Strassenoberbau und Strassenunterbau sehr hohen gleichförmigen Belastungen ausgesetzt sind, werden solche Verkehrsanlagen immer öfter mit einer verformungsfesten Betondecke versehen.

Im Jahr 2003 wurde in der Schweiz der erste Kreisel in Beton realisiert, und mit dem Kreisel Liestal folgte eine weitere Premiere: Es handelt sich um den ersten doppelspurigen, stahlfaserbewehrten Betonkreisel der Schweiz.



Holcim Leistungen

Beratung Tiefbaubeton

Sicherstellung hohe Betonqualität






Anforderungen

Neben den Beanspruchungen bestimmen oft die Möglichkeiten der Verkehrsführung während der Bauarbeiten die Belagswahl. Kann der Verkehr nicht umgeleitet werden und ist der Kreisel daher in zwei oder mehr Etappen auszuführen, können die Platzverhältnisse den maschinellen Einbau eines bituminösen Belags verunmöglichen. Hier zeigt sich ein Vorteil von Betondecken, lassen sich diese doch ohne Qualitätseinbusse auch manuell einbauen. Dabei handelt es sich um die übliche Einbauweise, da sich der Einsatz von Fertigern vorab bei gleichmässigen Platten und grossen Flächen lohnt.




Umsetzung

Da der Kreisel Liestal zwei Spuren aufweist, war vor dem Einbau zu entscheiden, ob über die gesamte Breite von fast 12 Metern betoniert werden sollte oder ob die Einbaubreite besser zu halbieren wäre. Der Entscheid fiel klar zugunsten einer Längsteilung beim Einbau.
Betonfahrbahnen in Kreiseln bestehen in der Schweiz aus radial angeordneten Einzelplatten, die untereinander verdübelt werden, um Lasten und Schubkräfte optimal zu übertragen. Die Plattenstärke variiert dabei in Abhängigkeit der Fahrbahnbreite und der sich daraus ergebenden Plattengrössen zwischen 22 und 26 cm. Diese Platten müssen zudem bewehrt werden, weil sie eine unregelmässige Form aufweisen, die zu lokalen Spannungsspitzen führen kann. Im Falle des Kreisels Liestal sah der Projektverfasser anstelle der sonst üblichen Netzbewehrung einen Stahlfaserbeton vor. Nicht nur der Kreisel, sondern auch die Ein- und Ausfahrtsbereiche sind stark belastet: Der Schwerverkehr beginnt rund 80 Meter vor dem Kreisel zu bremsen, wobei er den Ober- und Unterbau beträchtlich auf Schub beansprucht. Daher sollten die in die Kreisel mündenden Bremsstrecken ebenfalls mit einer Betondecke versehen werden. Wichtig ist auch, dass der Übergang beim Belagswechsel (von Asphalt auf Beton) nicht rechtwinklig zur Fahrtrichtung ausgelegt wird, denn ein schräger Fugenverlauf halbiert die Stosswirkung der Räder.

Am Bau Beteiligte

Bauherr
Tiefbauamt des Kantons Basel-Landschaft
Projekt + Ausführung
Rudolf Keller & Partner, Verkehrsingenieure, Muttenz
Bauunternehmer
Implenia Bau AG, Zürich
Betonwerk
Holcim (Schweiz) AG, Werk Birsfelden

Produkte und technische Daten

Steelpact Road

Expositionsklasse
XC4, XD3, XF4
Druckfestigkeitsklasse
C30/37
Konsistenzklasse
C2
Grösstkorn
Dmax32
Chloridgehaltsklasse
Cl 0,10
Biegezugfestigkeit fct
5,5 N/mm² gemäss SN EN 12390-5
Anforderungen
Frühfester Beton; einzuhaltende Werte nach 24 Stunden:
Biegezugfestigkeit fct = 3,9 N/mm², Druckfestigkeit fcw = 28 N/mm²
Ausführung
Abtaloschieren von Hand,
extraharte Oberflächenbehandlung: aufstreuen von Hartstoff (Lonsicar),
Besenstrichstruktur.
Nachbehandlung: Aufsprühen eines Verdunstungsschutzes und abdecken der betonierten Flächen mit Thermomatten bis zur Verkehrsfreigabe.