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Öffentliche Bauten

Anlage für Menschenaffen im Zoo Stuttgart, Deutschland

Schöner wohnen für die „Affenbande“


Preisgekrönte Architektur mit Betonvielfalt

Mit der neuen Anlage für afrikanische Menschenaffen wurde den Tieren ein artgerechtes Zuhause geschaffen, das zudem einen Architekturpreis gewonnen hat. Die 15-köpfige Bonobogruppe und die Gorillafamilie mit neun Mitgliedern haben die Anlage samt ihren Feuerwehrschlauch-Lianen, Klettergerüsten, Sichtbeton-Terrassen und Beschäftigungsangebote freudig angenommen. Angeschlossen ist auch ein Gorilla-Kindergarten, wo derzeit vier Jungtiere von Hand aufgezogen werden, weil ihre Mütter sie nicht selbst aufziehen konnten.

Holcim Leistungen

Beratung über den optimalen Zement

Auswahl der Betonrezepturen

Lieferung des Zementes

Intensive Beratung auf der Baustelle



Naturnahe Lebensräume

In direkter Nachbarschaft von Elefanten, Erdmännchen und Giraffen wurde im Mai 2013 nach rund dreijähriger Bauzeit die beeindruckende neue Menschenaffenanlage eingeweiht. Schon aus einiger Entfernung sieht man, wie harmonisch sich der Neubau in die Topografie des Geländes mit dem angrenzenden Rosensteinpark einschmiegt. Die Innen- und Außengehege erstrecken sich über rund einen Hektar Fläche, davon entfallen allein 2.000 Quadratmeter auf das Menschenaffenhaus mit seinen zahlreichen Sichtbetonflächen. Die Außengehege bilden die natürlichen Lebensräume der Bonobos und Gorillas nach. Die Haltung in der neuen Anlage wird den jeweiligen Sozialsystemen und artspezifischen Bedürfnissen der beiden Arten heute besser gerecht als jemals zuvor ‒ mit mehr Komfort, mehr Natur und mehr Beschäftigungsmöglichkeiten.


Ausgezeichnete Architektur

Im Juli 2014 erhielt der Bau den Hugo-Häring-Preis. Verliehen wird dieser Architektur-Preis alle drei Jahre vom baden-württembergischen Landesverband des Bundes Deutscher Architekten für herausragende Bauten in Baden-Württemberg. Benannt ist die Auszeichnung nach dem deutschen Architekten Hugo Häring. Hauptkriterium ist eine organische Architektur, gemäß derer Gebäude und Landschaft eine harmonische
Einheit bilden sollen – was in der Wilhelma außerordentlich gut gelungen ist.


Preisgekrönte Architektur mit viel Grün im Besucherbereich


Betonumrahmte Glasflächen sorgen für Begegnungen „Auge in Auge“


Vielfalt von Betonrezepturen

Im Innenbereich wurden mit Sichtbeton und eingefärbtem Beton Welten gestaltet, in denen sich auch die Tiere wohlfühlen. Die Holcim Süddeutschland und die Holcim Kies und Beton waren eng in die Beratungsund Planungsprozesse für den 22-Millionen-Euro-Komplex
eingebunden, um schließlich die maßgeschneiderten Zement- und Betonlösungen zu finden. Mit zu Rate gezogen wurden auch die Tierpfleger, Zoologen und Tiermediziner. Ihr Expertenwissen bestimmte die Auswahl der Materialien. Holger Julmi, Prüfstellenleiter bei Holcim in Stuttgart: „Es war eine Vorgabe, dass die Ausstattung den Affen standhalten und zudem einfach zu reinigen und zu pflegen sein muss. Nach eingehenden
Diskussionen verzichtete das Planungsteam übereinstimmend im Innenbereich auf Kunstfelsen und entschied sich für Beton. Der Reiz für uns lag in der Vielfalt der Betonanwendungen und -rezepturen sowohl im Innenbereich für die Tiere als auch im Besucherabschnitt. Stützen, Wände, Gehegeterrassen und Decken sind in den Sichtbetonklassen SB 1 bis SB 3 ausgeführt. Je nach Einbauart, Anforderung und Schalung wurden die Rezepturen für den Ortbeton angepasst.“ So kam im Innengehege, wo täglich Tierexkremente anfallen und viel gereinigt wird, Beton der Festigkeitsklasse C30/37 mit den Expositionsklassen XC3 und XA1 zum Einsatz – so wie üblicherweise beim Bau von Klärbecken und Güllebehältern. Bei den schrägen Stützen, die Bäume imitieren und stark belastet sind, wurde ein Beton mit der Festigkeitsklasse C45/55 in
der Konsistenzklasse F6 verwendet. „Affengerecht“ aus hygienischen Gründen wurden die Beton- und Glasflächen weitgehend fugenlos gestaltet. Eine Besonderheit ist auch das Dach des Affenhauses. Hierfür wurde eine plastische Betonrezeptur mit Ausbreitmaß F2 entwickelt. In blassgelblichem Sandsteinfarbton ist der Beton einzelner Wandflächen und der Terrassen, auf denen die Affen häufig sitzen, eingefärbt. Vorausgegangen waren intensive Beratungen, verbunden mit zahlreichen Farbmusterplatten. Letztlich spürt man überall die Leidenschaft, mit der alle Beteiligten den Menschenaffen ein neues Zuhause geschaffen haben.



Am Bau Beteiligte

Bauherr/Planung
Land Baden-Württemberg, vertr. Projektleitung durch Vermögen u. Bau Baden-Württemberg, Amt Stuttgart
Bauunternehmen
Wilhelm Keller GmbH & Co. KG, Denkendorf
Architekten
Hascher Jehle, Berlin
Möhrle + Partner, Stuttgart (Außenanlagen)
Betonlieferant
Holcim Kies und Beton GmbH, Werk Stuttgart-Neckarhafen



Technische Daten zum Beton

Druckfestigkeitsklasse
C30/37 C45/55
Expositionsklassen
XC3, XA1
Konsistenzklassn
F2/F3, F6
Größtkorn
Dmax22, Dmax16
Gesteinskörnungen
Rheinsand, Muschelkalksplitt
Zement
Optimo 4 Portlandkompositzement CEM II/B-M (T-LL) 42,5 N
Optimo 5 Portlandkompositzement CEM II/B-M (T-LL) 52,5 N
Fließmittel
0,40 %, 1,20 %
Frischbetonrohdichte
2.329 kg/m³, 2.344 kg/m³
Festigkeitsentwicklung
mittel, schnell
Gesamtmenge Beton
ca. 4.300 m³