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Büro-/Geschäftshaus

Andreasturm Zürich, Schweiz

Höchstleistungen bei beengtem Raum und knapper Zeit

Sorgfältiges Verkehrskonzept – höchste Sicherheit und Effizienz

Die Just-in-time-Lieferungen des Betons sind das eine, Sicherheit und Flexibilität das andere. Da die einzige Zufahrt zur Baustelle auch eine Baustelle ist und die verschiedensten Gewerke vor Ort sind, gilt vermehrt der Sicherheit das Augenmerk. Direkt neben derAndreasturm-Baustelle werden Gleise des Bahnhofs erneuert, es laufen Kanalisationsarbeiten, Erdwärmeleitungen werden verlegt, und es herrscht viel Personenbetrieb. Die extrem beengten Platzverhältnisse erfordern somit ein ausgeklügeltes Sicherheits- und Verkehrskonzept, bei dem Holcim sich intensiv einbringen konnte. Nahezu täglich ändern sich die Bedingungen und somit die Fahrspuren auf der Baustelle, oder es sind Sperrungen erforderlich – und das wird bis Ende 2017 anhalten. Jegliche Gefahrenquellen sind im Vorfeld zu bedenken, insbesondere wenn die vier Holcim Fahrmischermit durchschnittlich 20 Touren pro Tag dauerhaft im Einsatz sind. Je nachdem, welche Gewerkegerade am Zuge sind, können immer nur zwei bis drei Fahrmischer gleichzeitig einfahren. Auch diese flexiblen Abstimmungen mit schnellen Reaktionszeiten haben Implenia und Holcim bestens im Griff. Wenn das 100-Millionen-Franken-Bauwerk fertiggestellt ist, wird der Andreasturm dank seiner Ausstrahlungsicher das neue Wahrzeichen für Zürich-Oerlikon.

An bester Lage mit direktem Zugang zum Bahnhof Zürich-Oerlikon wächst der Andreasturm bis in 80 Meter Höhe. Zukünftig wird er die Skyline des aufstrebenden Stadtteils prägen. Der Terminplan ist höchst anspruchsvoll, daher wird das Gebäude in der „Deckelbauweise“ erstellt. Ein wichtiger Beitrag von Holcim: Speziell entwickelte Betone – von Holcim Kies und Beton, Werk Glattbrugg, just-in-time geliefert.




Ambitionierter Zeitplan - spezielles Bauverfahren


Der Spatenstich für den von den Zürcher Architekten Gigon/Guyer geplanten Andreasturm war im Sommer 2016. Bis Mitte 2018 sollen in der Andreasstrasse auf 19.800 Quadratmetern hochwertige Büroflächen und im Erdgeschoss 800 Quadratmeter Laden- und Gastronomieflächen fertiggestellt sein – in einer ansprechenden Stahl-Aluminium-Glaskonstruktion. Der Rohbauabschluss ist auf Ende November 2017 datiert. Um dieses hoch gesteckte Ziel einhalten zu können, entschied sich Implenia als beauftragtes Bauunternehmen für die Deckelbauweise. Mit dieser Technik können die Bauzeiten deutlich verkürzt werden. Seitdem zu Beginn ein Deckel auf Bohrpfahlwänden betoniert wurde, ist ein gleichzeitiges Bauen nach oben und unten möglich – vier Geschosse in die Tiefe, 21 Geschosse in die Höhe.


Eng verzahnte Absprachen – ausgefeilte Betonrezepturen

Holcim war bei den Betonrezepturen für den Hochbau schwer gefordert. Nachdem zunächst 10 Rezepturen im Test waren, einigten sich Bauunternehmung, Ingenieure und Holcim in enger Abstimmung auf vier Sorten. Mit diesem vereinfachten Betonkonzept können auch Fehlerquellen minimiert werden. Alle Betone wurden unter immensem Zeitdruck aufwändig getestet. Letztlich konnten die knappen Prüfzeiten
von nur drei Monaten beispielhaft eingehalten und die Anforderungen der Ingenieure von Walt + Galmarini erfüllt werden. Bei allen Rezepturen war die grösste Herausforderung, das vorgegebene Schwind- und Kriechmass entsprechend der Tragwerksplanung kontinuierlich einzuhalten. Ein wichtiger Aspekt, weil die Betone über eine stationäre Betonpumpe eingebracht werden. Dabei ist die gleich bleibende Qualität der fertig angelieferten Betone ausschlaggebend. Insgesamt war es ein perfektes Zusammenspiel aller Beteiligten – angefangen bei Labor und Verkauf, über Polier, Bauführer und Ingenieure bis zum Betonpumpenlieferanten.


Spezieller Beton – der Bauweise entsprechend

Für die Kernwände war eine untypisch hohe Druckfestigkeitvon bis zu 60 Newtonmeter und mehr gefordert. Dies ist der Bauweise des Turms geschuldet, denn der Kern ist die zentrale Stelle für die Statik der gesamten Konstruktion. Hierfür entwickelte Holcim einen Beton, der den Portlandkompositzement Robusto 4R-S enthält, der ein sehr kompaktes und dichtes Gefüge des Betons bewirkt. Für Wände, Böden und Decken wurde ein Beton kreiert, dem Optimo 4 beigefügt wird, ebenfalls ein Portlandkompositzement.

 





Holcim Leistungen

Definition spezielle Beton-Zusammensetzung durch Holcim-Labor

Just-in-time-Betonlieferungen

Verkehrskonzept bei sehr engen Platzverhältnissen
und hohen Anforderungen an die Sicherheit



Am Bau Beteiligte
Unternehmer
Implenia Generalunternehmung AG, Dietlikon
Eigentümer
SBB Immobilien, Bern
Architekt
Annette Gigon / Mike Guyer Architekten, Zürich
Ingenieur
Walt + Galmarini AG, Zürich
Aushub
KIBAG Bauleistungen AG, Zürich

Produkte und Technische Daten
Zement
Optimo 4
Robusto 4R-S
Sorte
C310 Pumpbeton
CPJ8 Pumpbeton
Expositionsklasse
XC4, XF1 (CH)
XC4, XF1 (CH)
Druckfestigkeitsklasse
C30/37
C50/60
Konsistenzklasse
F4 (sehr weich)
C3 (weich)
Grösstkorn
32
32
Einhaltung eines Schwindmasses εCS (91d) ≤ 0.30‰
Einhaltung des Kriechmasses φ (91d) ≤ 1.2







„Wir wissen, dass wir jederzeit auf Holcim zählen können.“

Patric Ruchti, Bauführer, Implenia

Interview


Wir sprechen mit Patric Ruchti, Bauführer Andreasturm bei Implenia Schweiz, über die Herausforderungen auf der Baustelle. Er koordiniert den Personal- und Materialeinsatz und ist für die Einhaltung des Terminplans verantwortlich. Die Anforderungen sind hoch, die Arbeit intensiv. Aber die wirkliche Herausforderung sei die Logistik, sagt Ruchti.



Herr Ruchti, Sie sagen, die grösste Herausforderung
bei dem Projekt sei die Logistik. Was bedeutet das?
Ruchti: Der Andreasturm ist ein sehr spezielles Projekt. Einmal durch die Deckelbauweise, zum anderen durch die beengten Verhältnisse auf der Baustelle. Der Bahnhof Oerlikon schliesst direkt an. Um hier eine gute Anbindung an den Bahnhof zu erzielen, wird auch die gesamte Infrastruktur drumherum umgebaut. Alles ist im Umbau, und auch die einzige Zufahrt zur Baustelle ist eine Baustelle. Alle Gewerke und alle Beteiligten müssen das erarbeitete Sicherheits- und Verkehrskonzept strengstens einhalten. Schwierig wird es zudem bei fortschreitendem Projektverlauf, wenn immer mehr Gewerke koordiniert werden müssen. Dazu kommt der enge Terminplan.

Können Sie konkrete Beispiele nennen?
Ruchti: Mal ist mehr Beton zu liefern, mal weniger. Wir hatten Etappen, an denen bis zu 250 Kubikmeter im 7-Minuten-Takt eingebracht werden mussten. Das entspricht circa 35 Touren für die Fahrmischer pro Tag. Das heisst, dass besonders für die Logistik eine minutiöse Feinabstimmung für jede Bauetappe erforderlich ist. Dann müssen die Leistungen wieder zurückgefahren werden, wenn zum Beispiel Stahl angeliefert wird. Danach müssen die Betonanlieferungen wieder sofort hochgefahren werden. Es darf auf keinen Fall Leerläufe oder Wartezeiten geben. Es ist echt der Wahnsinn, die Takte auf dem engen Raum einzuhalten.

Welche Rolle spielt dabei die Zusammenarbeit mit Holcim Schweiz?
Ruchti: Dauerhaft wichtig sind uns die kontinuierlichen Besprechungen und Abstimmungen. Das klappt sehr gut mit allen Holcim Beteiligten. Wir wissen, dass wir jederzeit auf Holcim zählen können, auch wenn es um kurzfristige Anpassungen geht. Das gilt sowohl für das Labor, die Disposition, aber schliesslich auch für die Fahrer der Betonmischer. Bei diesem Projekt mit den engen Platzverhältnissen sind die Just-in-time-Lieferungen und höchste Flexibilität aller Beteiligten von absoluter Priorität. Die enge Abstimmung zwischen Mischmeister, Disposition und Baustelle läuft absolut reibungslos.



Was ist beim gelieferten Beton wichtig?
Ruchti: Die Qualität des Betons muss natürlich in jeder Etappe die gewünschte Qualität und die besonderen Eigenschaften beibehalten. Spannend wird es daher im Sommer, wenn wir bei höheren Temperaturen eventuell die Betoneigenschaften anpassen müssen, wenn der Beton in die höheren Etagen gepumpt wird. Da sind wir auf die Chemiker von Holcim angewiesen, die dann wieder vor Ort sind. Implenia hat hohe Ansprüche an seine Lieferanten. Sie haben bereits mehrere Projekte mit Holcim realisiert.

Was war bei diesem Projekt entscheidend?
Ruchti: Entscheidend sind Zuverlässigkeit und Qualität. Aber auch der Faktor Mensch ist wichtig. Wir können alle sehr gut miteinander, auch wenn es mal brenzlig wird. Die Gespräche laufen jederzeit auf Augenhöhe, und in hektischen Phasen kommt uns unser Know-how auf beiden Seiten zu Gute, dass wir in Ruhe eine konstruktive Lösung finden. Das läuft top.

Was ist noch sehr herausfordernd bei dem Projekt Andreasturm? Ruchti: Zu Beginn galt es, in kürzester Zeit die richtigen Betonrezepturen zu finden. Das war ein sehr aufwändiger Prozess. Wir brauchen für den Andreasturm Betone mit einem möglichst geringen Schwind- und Kriechmass. Holcim konnte hier ihre Erfahrung aus verschiedenen Bauprojekten einbringen. Damit sind wir sehr zufrieden, und auch die Anforderungen der Ingenieure an die Betone wurden bestens erfüllt.

Herr Ruchti, vielen Dank für das Gespräch.